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"Wertvorstellungen, nicht eine unbewusste Psychodynamik, sind die Triebfeder für die Psyche des Menschen"

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Die Psychologie der normalen Persönlichkeit

Wir sind nicht entweder normal oder abnormal, sondern einfach alle verschieden
 

Dr. Steven Reiss: "Ich trete für eine neue Auffassung vom Menschen ein, die ich als Motivationsanalyse bezeichne. Psychodynamische Berater und Therapeuten fragen: 'Was geschah, als diese Person ein Kleinkind war? Welche Gefühle für ihre eigenen Eltern hat sie tief in ihrem Inneren?' Diese Theoretiker erklären die Persönlichkeitsmerkmale von Erwachsenen durch frühe Kindheitserlebnisse, durch Angst und Abwehr; sie sehen viele der gewöhnliche Probleme im Leben als leichte Formen einer seelischen Krankheit.

Im Gegensatz dazu fragen sich Motivationsanalytiker: 'Was sind die Lebensziele und die intrinsischen Wertvorstellungen eines Individuums? Was sind die Lebensziele und die intrinsischen Wertvorstellungen eines Individuums? Was versucht es durch dieses oder anderes Verhalten zu erreichen? Kommen die momentane Arbeitssituation und die Beziehungen seinen Wünschen und Wertvorstellungen entgegen oder nicht?'

Motivationsanalytiker erklären die Persönlichkeit eines Erwachsenen als Gewohnheiten, durch die Menschen lernen, ihre Lebensmotive, ihre psychischen Bedürfnisse und ihre intrinsischen Wertvorstellungen umzusetzen.

Motivationsanalytiker erklären viele persönliche Schwierigkeiten als Ergebnis nicht erfüllter oder frustrierter Bedürfnisse; dazu gehört möglicherweise ein Wertekonflikt zwischen dem Individuum und seiner momentanen Berufskarriere, seinem sozialen Leben, seinen Beziehungen oder seinem Familienleben."

(Aus "Steven Reiss: Das Reiss Profile, die 16 Lebensmotive, welche Werte und Bedürfnisse unserem Verhalten zugrunde liegen" , deutschsprachige Fassung, 2009 Gabal Verlag)

 Das Reiss Profile  bietet einen Schlüssel zur Selbstkenntnis

Individualität, Eigenverantwortung, Leistung sind hohe Werte in unserer Gesellschaft verbunden mit der Anforderung an die Menschen glücklich, gesund und erfolgreich zu sein.  Das ist eine Anforderung, welche einige Menschen mit Leichtigkeit erfüllen, viele jedoch damit kämpfen.

Sich und andere Menschen zu motivieren, d.h. zu begeistern, anzuspornen, "aufzustellen", scheint die Losung dafür zu sein. Sie gilt als Lebenskunst.

 

Motivation (Gesamtheit der Beweggründe) ist eine wichtige Lebenskraft, ein wichtiges Erfordernis z.B. auch für das Schaffen von Mehrwert, die Grundlage unseres Wirtschaftens.

Direktoren, CEO's, Manager, Lehrer, Erziehende, Eltern, Coaches, Consultants, Lebensberater, versuchen sich in der Kunst, Menschen zu bewegen, sei es zum Mitmachen, zum Lernen, zur Arbeit, zur Leistung, zur Kreativität, zur Authentizität, zum Leben, etc. 

 

Doch: Kann man motivieren und motiviert sein lernen?
Kann man es antrainieren? Worum geht es?

Genügt dazu einfach guter Wille und gut gemeinter Rat?

Kontakt

Mark  Ita
Reiss-Profil Master
+41 (0)31 351 66 83
mark@itaconsult.ch 

Bereits die Denker der Antike sannen der Frage nach, was uns Menschen bewegt (Motiv = Beweggrund). Heute studieren Wissenschafter (Philosophen, Anthropologen, Soziologen, Psychologen, Biologen, Chemiker und Physiker) die seelische und physische Energie, die uns und unser Leben voran treibt und suchen es zu enträtseln - bis hin zum bisher entdeckten Ursprung, dem
Big Bang.   

Prof. Steven Reiss, Psychologe und Psychiater, widmete einen Grossteil seines Lebens der Motivationsforschung. Er tat etwas, das seine Vorgänger nie getan haben: er befragte die Menschen "Was ist euch wichtig?" "Was ist euch wertvoll?" Er führte Tausende von Befragungen durch.  Dabei lernte er, dass Menschen sehr verschiedene Beweggründe haben und sie sich in ihren Motiven voneinander deutlich unterscheiden. Menschen ist sehr Unterschiedliches wichtig oder unwichtig und dies in sehr unterschiedlicher Intensität.  

 

Er erkannte, dass er alle Beweggründe auf 16 elementare Grundbegehren zurückführen konnte, Begehren/Verlangen (Desires), die nicht willkürlicher Art waren, sondern im Wesen der Personen angelegt. Das ist eine wichtige Erkenntnis, die u.a. durch die Ergebnisse der neueren Hirn- und Genforschung gestützt wird: Unser Streben ist das Ergebnis einer langer evolutionären Entwicklung - und nicht einer willkürlich gewählten Gestaltung. Unsere Begehren sind uns unbewusst.  Diese Erkenntnis ist z.B. wichtig für die Einschätzung von Kompetenz   → Was ist Kompetenz

Steven Reiss entwickelte in den 1990er Jahren eine psychometrische Erhebung, das Reiss Profile. Die Erhebung erlaubt, die Motive von einzelnen Menschen zu erfassen und daraus ihr ganz typisches Profil zu errechnen. Bei dieser Erhebung werden den Personen insgesamt 128 Fragen zu den 16 Grundmotiven gestellt. Die Antworten dieser in der Zwischenzeit wissenschaftlich solide abgestützten und überprüften Erhebung zeigen ein differenziertes Bild dessen, was eine Person in welcher Intensität für wichtig erachtet und begehrt. 

Motive kann man nicht erzeugen. Sie bestehen von Natur aus und
dies in unterschiedlicher Intensität.

Motivieren ist nicht eine Frage des gut Zuredens und eines Appells an
einen guten Willen, sondern beginnt damit, sich und andere zu erkennen!

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Das Ergebnis zu jedem der Motive wird mit einer Normverteilung in der Bevölkerung verglichen. Ist das Motiv im Vergleich stark ausgeprägt kommt es in den grünen Bereich zu liegen und ist ein Motiv schwach ausgeprägt, in den roten Bereich. Die Motive, im gelben Bereich fallen im Vergleich zum statistischen Durchschnitt der Bevölkerung nicht besonders auf. Diese Motive können in der Regel einfacher erfüllt werden als jene am Rande dieser Grafik.

Hier die Grafik eines Reiss Profils: 

Jedes dieser Begehren besteht unabhängig von einander. Es gibt über 2 Billionen (2x1012) mögliche Motivprofile!

Die Motive sind der Ausdruck von angelegten Begehren - Begehren, die übrigens auch bei höher entwickelten Tieren zu beobachten sind. Die Forschung stellt fest, dass das Motivprofil ab dem 12. Lebensjahr ca. gefestigt ist und sich übers Leben hinweg nicht mehr ändert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellle: rp-academy.ch/

Das Reiss Profile zeigt die Intensität der sechzehn menschlichen Grundbegehren und damit, was einer Person von ihrer Natur heraus wie wichtig ist
die den Begehren innewohnenden Werte (intrinsic values):

Macht Leistung, Führung (achievement, leadership)

Unabhängigkeit Selbstverlass (self-reliance)

Neugier Ideen, Vorstellungen (ideas)

Anerkennung Selbst (self)

Ordnung Beständigkeit (stability)

Sparen Genügsamkeit (frugality)

Ehre Verpflichtung, Einstehen für den 'Clan' (duty)

Idealismus Gerechtigkeit in der Welt (fairness)

Beziehungen  Zugehörigkeit (belonging)

Familie Freude daran, Kinder aufzuziehen (children)

Status Ruf, Ansehen (reputation)

Vergeltung (Rache) Gewinnen, Siegen (winning)

Romantik (Eros) Sinnlichkeit (sensuality)

Essen genährt sein (sustenance)

körperliche Tätigkeit Fitness

Ruhe Vorsicht (Caution)

 

Quelle: Reiss, The normal personality, Table 2.3.

 

Zwei Arten menschlicher Beweggründe (Motive) (nach Aristoteles, 384-322 v.Ch)
1.
2.

Eigenständige Beweggründe (intrinsisches Motiv)
Ich tue etwas, weil es mir gefällt. Die Tätigkeit selbstbelohnend.
Etwas hat für und in sich einen Wert.
z.B. ich bewege mich, weil ich es gerne tue

Das RMP misst die eigenständigen Motive, die "Endmotive", wie sie der deutschen Übersetzung auch genannt werden
(end motives, motives as an end in themselves)

Funktionale Beweggründe
Ich tue etwas, um etwas zu erreichen.
z.B. ich bewege mich, weil ich Essen einkaufen muss

Mittel zum Zweck (means motive)

Nach Prof. Reiss sind Motive von ihrem Wesen her innerlich, von innen kommend (intrinsisch). Ein von Aussen kommender Beweggrund, d.h. ein "extrinsisches Motiv" ist ein Widersinn. Das gibt es nicht!

 

Zwei Arten des Glücks 

Wertbegründetes Glück (value-based happiness)

allgemeines Gefühl des Wohlbefindens, das Menschen erfahren, wenn ihr als Leben sinnvoll erleben. Grundlegendes Gefühl von Sinn. Gibt Willen zum Leben.

Parallelen zur „Selbstvergessenheit“ in der Spiritualität, im "flow" sein.

Anhaltend, nachhaltig

Wer seine (unbewussten) Begehren aufgrund des RMP und durch sorgfältige Selbstbeobachtung erkennt, annimmt (oft entsprechen sie nicht den gängigen Normen von "cool", d.h. der sozialen Erwünschtheit) und sie auch auf eine akzeptable Art zu befriedigen weiss (d.h. seine sensitiven Punkte zu treffen weiss) tut, was seine Natur von ihm will und kommt damit seinem Glück nahe.  

2.

Wohlfühl Glück (feel-good happiness)

Angenehme Gefühle, Wellness (Hedonismus)
Angenehme Stimulation der Sinne
Angenehmes wird gesucht, Unangenehmes gemieden

i.d.R von kurzer Dauer, abnehmender Grenznutzen (brauche immer mehr, um befriedigt zu sein

 

Das Reiss Profile zeigt, dass Menschen sich nicht in eine beschränkte Anzahl Kategorien einteilen lassen. Werte lassen sich nicht einfach standardisieren. Es hilft, sich von der Vorstellung zu lösen, dass sich Menschen verändern lassen. Menschen haben bestimmte Werte, weil sie sind, wie sie sind. Was ich für wichtig und richtig halte, ist nicht gleichzeitig die Norm.  Es lässt uns die Verschiedenheit von Menschen besser verstehen und zu akzeptieren (Respekt der Würde).

 

Prof. Steven Reiss hat  mit seinen mehrfach validierten Studien erstmals
ein Instrument geschaffen, welches

  1. die Motive konkret benennt

  2. sie misst und

  3. damit  für jede Person eine Erkenntnis schafft, die ihr von
    praktischem Nutzen ist.

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Mark  Ita
Reiss-Profil Master
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1.

 

"People say that what we're all seeking is a meaning for life. I don't think that's what we're really seeking. I think that what we're seeking is an experience of being alive, so that our life experiences on the purely physical plane will have resonances within our own innermost being and reality, so that we actually feel the rapture of being alive. 

Joseph Campbell (1904-1987), Mythologist

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